Wissenswertes zum Thema Folierung

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Allgemeines zur Folierung

Zum Umfang einer Folierung gehört zunächst einmal die Beschichtung aller von außen sichtbaren lackierten Flächen. Türeinstiege oder nach innen ragende Karosserieteile gehören standardmäßig nicht dazu. Eine Folierung verfolgt einen temporären Verwendungszweck und ist nicht für die Ewigkeit gedacht. Lackschutz ist bei gängigen Folierungen zwar ein Argument, jedoch lediglich ein positives Beiwerk. Bei der späteren Entfernung einer Folierung kommt der Originallack rückstandslos und in geschontem, gut erhaltenem Zustand zum Vorschein. Die Neutralisation sollte in einer Werkstatt mit Folienerfahrung durchgeführt werden. Die Grundfarbe eines Fahrzeugs spielt eine nicht unerhebliche Rolle. So z. B. wenn ein heller Lack dunkel foliert werden soll oder zwischen Lackfarbe und Folie ein sehr starker Kontrast besteht. In diesem Fall muss mehr Detailarbeit geleistet und die Spaltmaße so foliert werden, dass der Gesamteindruck bei geschlossenen Türen homogen ist. Dies hat einen unweigerlichen Einfluss auf den Preis.

Gründe für eine Folierung

Folierungen sind weder "billige Lackierungen" noch "Lösungen zweiter Wahl". Wenn dieser Grundsatz beherzigt wird, bieten sich vielerlei Möglichkeiten:

  • Erweiterung der möglichen Farbgebungen, wenn die Farbpalette eines Herstellers nicht die gewünschte Farbe beinhaltet.
  • Individualisierung. Die Folierung ist heute die preisgünstigste Möglichkeit, ein Fahrzeug von der Masse abzuheben. Es existieren verschiedenste optische und haptische Variantionen. Wer noch einen Schritt weitergehen möchte, dem sind durch die Verwendung von digital bedruckten Folien hier zudem kaum Grenzen gesetzt.
  • Farbgebung und Werbegestaltung von Leasingfahrzeugen. Diese gehen nach Ablauf neutral an die Leasinggesellschaft zurück. Diesen Werterhalt unterstützen manche Leasinggesellschaften sogar.
  • Aufwertung von Gebrauchtwagen und "Ladenhütern" bei Autohäusern.
Preise

Folierungen werden teilweise zu "Spottpreisen" angeboten. Ein billiger Preis ist jedoch nicht gleichzustellen mit "gut für den Kunden". Wir erläutern hier gerne, wie sich der Preis einer guten Folierung zusammensetzt:

  • Folie: Diese muss hochwertig sein, da sie extremen Verhältnissen (Dehnungen, Temperaturschwankungen von bis zu 100° C auf der Karosserie und einer immer stärkeren UV Strahlung) ausgesetzt wird. Auch die spätere Ablösbarkeit spielt eine grundlegend wichtige Rolle!

  • Fahrzeugreinigung: Die Grund- und Detailreinigung wird bei uns im separaten Waschbereich durch die Abteilung Fahrzeug-Vorbereitung sorgfältig ausgeführt.

  • Montagearbeiten: Zur hochwertigen Folierung eines Fahrzeugs müssen vielfältige Demontage- und Montagearbeiten ausgeführt werden, die bei uns durch unseren professionellen Montagebereich ausgeführt werden. Nur so kann sichergestellt werden, dass alle Arbeiten auch sachgerecht ausgeführt wurden und z. B. nichts fehlt oder gar klappert. Die gesamte Vorbereitung samt Reinigung nimmt in dieser Sorgfalt einige Arbeitsstunden in Anspruch.
  • Folierung: Diese dauert ab ca. 15 Stunden aufwärts und ist komplexe handwerkliche Arbeit! Die Folie muss so verarbeitet werden, dass sie auch nach Monaten gut aussieht. Schnitte müssen so getätigt werden, dass die Karosserie oder Dichtungen nicht darunter leiden.

  • Laufende Kosten: Ein angemessener Fachbetrieb führt seine Folierungen in entsprechenden Räumlichkeiten durch. Deren Miete, Strom, Maschinen etc. müssen ebenfalls in eine Kalkulation einfließen.

Wird so gearbeitet leuchtet ein, dass eine billige Folierung zwangsläufig Defizite aufweisen muss. Wir verweisen daher gerne auf das Zitat von John Ruskin:

"Der Ärger über eine minderwertige Qualität hält länger an als die Freude über den günstigen Preis."

Der Aufwand einer Folierung richtet sich im Übrigen nicht nur nach den verarbeiteten Quadratmetern Folie. Vielmehr ist es die Komplexität der Karosserie, die entscheidend ist. Je mehr Kanten und Winkel sie hat, umso mehr Zeit nimmt die Folierung in Anspruch. Somit kann ein komplexer Kleinwagen schon mal mehr kosten als ein einfacher Mittelklassewagen.

Konkrete Preise stellen wir Ihnen in unserem Downloadbereich auf www.INTAX.de zur Verfügung. 

 

Vorschäden wie Steinschläge und Kratzer

Hier gilt ganz eindeutig: Was man fühlt, wird auch nach einer Folierung sichtbar bleiben. Deshalb müssen alle vorhandenen Schäden vorab von einem Fachmann behoben werden. Diesbezüglich sei noch bemerkt: Frischer Lack muss aushärten bevor eine Folie darauf geklebt wird. Lässt sich der Lack mit dem Fingernagel eindrücken, ist es für eine Folierung zu früh!

Einleger

Im Sinne einer dauerhaften Haltbarkeit werden komplexe Karosserieteile und -formen mit mehreren Folienstücken beklebt. Die somit zwangsläufig entstehenden Überlappungen werden vom Fachmann so gesetzt, dass sie auf Lichtkanten laufen und eine gleichmäßige Breite aufweisen. Dies ist keineswegs als Stückwerk zu sehen!

Pflege

Folierungen sind absolut alltagstauglich und waschstraßenfest. Allerdings sollten einige Grundregeln beachtet werden:

  • Dampf- oder Hochdruckreiniger in einem Mindestabstand von 50 cm und in einem rechten Winkel zur Karosserie halten. Dabei in ständiger Bewegung bleiben.
  • Hochdruckstrahler niemals gegen eine Folienkante halten!
  • Von Wachsen und Versiegelungen in Waschstraßen wird abgeraten. Besser ein Basiswaschprogramm wählen und spezielle Wachse von Hand auftragen.
  • Waschstraßen mit Nylonbürsten sind zu vermeiden.
  • Hartnäckige Verunreinigungen wie Vogelkot oder Insekten schnellstmöglich entfernen. Dabei die betroffenen Stellen einweichen lassen und punktuelles Reiben vermeiden.

Spezielle Pflegesets für folierte Fahrzeuge erhalten Sie selbstverständlich bei uns!

 

 

Haltbarkeit

Man darf erwarten, dass die Folie über die Anwendungsdauer so hält, wie sie ursprünglich verklebt wurde. Wobei eine rückstandlose Entfernbarkeit zwingend zum Konzept gehört. Bzgl. der Haltbarkeiten von Komplettfolierungsfolien kann man sich an folgenden Werten orientieren:

  • Farbfolien (Schwarz, Weiß): 5 Jahre*
  • Farbfolien (Uni, kein Metallic): 4 Jahre*
  • Farbfolien (Metallic): 3 Jahre*
  • Digital bedruckte Folien: 3 Jahre*

*) Dies sind Durchschnittswerte, die sich an den gängigen Haltbarkeitsangaben der Folienhersteller orientieren.

Hinweis: Wichtig ist zu wissen, dass sich die o. g. Angaben auf normale mitteleuropäische Bewitterung und Umweltbedingungen beziehen. Zudem gelten diese Werte für vertikale Flächen, wobei schon bei einer Abweichung von 5 bis 10 Grad von der Vertikalen eine Folierung als horizontal definiert wird.

Des Weiteren ist die Verwendung von speziellen Pflegemitteln empfohlen. Diese erhalten die Folie über o. g. Zeiträume länger ansehnlich und unterstützen bei regelmäßiger Anwendung die Reinigung.

Entfernung der Folierung

Dies sollte unter Einhaltung der Folien-Haltbarkeitsrichtlinien durch den Fachmann geschehen!

Lackschäden in Verbindung mit Folierungen

Folierungen schützen die Lackierung eines Fahrzeugs.

Die über zwanzigjährige Erfahrung mit zehntausenden folierten und häufig auch wieder entfolierten Fahrzeugen zeigt, dass die sehr seltenen partiellen Lackablösungen weder durch das Folienmaterial noch die Folierung selbst hervorgerufen werden und auch nur sehr selten durch unsachgemäße Entfolierung zu begründen sind. Vielmehr hat sich bislang meist eine nicht sachgerecht aufgebrachte Reparatur-Lackierung als verursachender Faktor herausgestellt. Dies gilt solange geeignete Folien verwendet und Rahmenbedingungen sachgerecht eingehalten werden.

In der Automobilindustrie werden serienmäßig Fahrzeuge gefertigt, deren Lackierung einen Gitterschnittkennwert GT0  (Null) nach DIN EN ISO 2409 aufweist. Dieser Wert sagt etwas über die Festigkeit des Lacks auf dem Untergrund aus. Komplettfolierungs-Folien sind so konzipiert, dass die Klebkraft diesen Wert nicht übersteigt. Das heißt die Klebkraft der Folie ist nicht so stark, dass sie die Haftkraft des Lacks übertrifft und somit den Lack abheben kann.

Wichtig ist, dass der Lack eines Fahrzeugs, welches foliert werden soll, eine geschlossene Oberfläche hat. Bei gebrauchten Fahrzeugen ist darauf zu achten, dass Verwitterung und ggf. mangelhafte Pflege, wie z. B. nicht rechtzeitiges Entfernen von Vogelkot o. ä., nicht dazu geführt haben, dass der Lack stumpf oder gar rissig geworden ist. Lackbeschädigungen wie Steinschläge, Kratzer oder Rost beeinträchtigen die Folierungs-Möglichkeiten, bilden keine ausreichende Basis für eine Gewährleistung und können zu Problemen bei der späteren Folienrückrüstung führen.

Es ist ausreichend belegt, dass keinerlei negative Einwirkung von der Folie auf den Lack stattfindet – solange sich der Lack in einem neuwertigen Zustand befindet.